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Herausforderungen im Weltraum: Das Kessler-Syndrom und die Gefahr von Weltraumschrott

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Bereits 1978 dachte der NASA-Wissenschaftler Donald Kessler darüber nach, was passieren würde, wenn weitere Satelliten in der Erdumlaufbahn installiert würden. Zusammen mit Burton G. Cour-Palais verfasste er eine Arbeit, die am 1. Juni 1978 im Journal of Geophysical Research veröffentlicht wurde. Sie stellten die Theorie auf, dass mit zunehmender Anzahl künstlicher Satelliten in der Erdumlaufbahn auch die Wahrscheinlichkeit von Kollisionen zwischen Satelliten zunehmen würde, bis schließlich die Erde mit einem Trümmergürtel überlastet werden könnte. Diese Theorie einer kommenden Kaskade von Kollisionen ist heute als „Kessler-Syndrom“ bekannt.

Verlorene Satelliten und Trümmer im All gefährden die Raumfahrt.

Aufgrund der hohen Geschwindigkeiten, mit denen Objekte die Erde umkreisen, kann eine Kollision mit kleinem Weltraumschrott ein Raumfahrzeug beschädigen. So mussten beispielsweise die Fenster des Space Shuttles oft ausgetauscht werden, weil sie durch Kollisionen mit Trümmern kleiner als 1 mm beschädigt wurden.

Die Menge an Müll im All bedroht sowohl die bemannte als auch die unbemannte Raumfahrt. Das Risiko einer katastrophalen Kollision eines Space Shuttles mit einem Stück Weltraumschrott lag bei 1 zu 300. (Bei Missionen zum Hubble-Weltraumteleskop mit seiner höheren, mit Trümmern gefüllten Umlaufbahn lag das Risiko bei 1 zu 185.) Wenn die Wahrscheinlichkeit, dass ein bekanntes Trümmerteil mit der Internationalen Raumstation (ISS) kollidiert, bei mehr als 1 zu 100.000 liegt, führen die Astronauten ein Trümmervermeidungsmanöver durch, bei dem die Umlaufbahn der ISS angehoben wird, um eine Kollision zu vermeiden. Bei besonders gefährlichen Gelegenheiten, wie im November 2021, als die ISS die Trümmerwolke eines russischen Anti-Satelliten-Tests durchquerte, schlossen die Astronauten die Luken der Station und suchten Schutz in ihren Raumschiffen.

Am 24. Juli 1996 kollidierte bei der ersten Kollision zwischen einem einsatzfähigen Satelliten und einem Stück Weltraumschrott ein Fragment der Oberstufe einer europäischen Ariane-Rakete mit dem französischen Kleinsatelliten Cerise. Cerise wurde beschädigt, funktionierte aber weiterhin. Die erste Kollision, bei der ein funktionsfähiger Satellit zerstört wurde, ereignete sich am 10. Februar 2009, als Iridium 33, ein Kommunikationssatellit des amerikanischen Unternehmens Motorola, etwa 760 km über Nordsibirien mit Cosmos 2251, einem inaktiven russischen Militärkommunikationssatelliten, kollidierte, wodurch beide Satelliten zerbrachen.

Autor NASA
Autor: Flickr-Benutzer ideonexus

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Quellen: Weltraumschrott | Fakten, Entfernung und Beispiele | Britannica

Das Kessler-Syndrom kollidierender Satelliten könnte die erdnahe Umlaufbahn unbrauchbar machen (earthsky.org)

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