Die zweite Generation der Galileo-Satelliten (europäisches Satellitennavigationssystem) wird derzeit mit einer wichtigen Neuerung entwickelt: Intersatellitenverbindungen, d. h. die Fähigkeit der Satelliten, im Orbit direkt miteinander zu kommunizieren, ohne stets auf Bodenstationen angewiesen zu sein. Wenn heute ein Satellit für eine Bodenstation nicht sichtbar ist, kann er keine Informationen austauschen. Mit dieser neuen Technologie kann die Nachricht von Satellit zu Satellit „springen“, bis sie ihr Ziel erreicht.
Damit dies funktioniert, wird jeder Satellit über einen Mechanismus verfügen, der die Antenne alle 40 Sekunden neu ausrichtet und auf verschiedene Satelliten ausrichtet – über eine Lebensdauer von 15 Jahren bedeutet dies etwa 12 Millionen Bewegungen. Dieser Mechanismus wurde bereits intensiven Tests unterzogen: Ein siebenmonatiger Test in der Schweiz simulierte 15 Millionen aufeinanderfolgende Neuausrichtungen und bewies, dass er der geplanten Lebensdauer standhält. Weitere Tests (Vibration, elektromagnetische Verträglichkeit, Weltraumtauglichkeit) wurden ebenfalls erfolgreich abgeschlossen, sowohl vom Team von Thales Alenia Space als auch von Airbus Defence and Space (den beiden Unternehmen, die die Satellitenfamilien für die ESA bauen).
Derzeit werden die Komponenten in die fertigen Satelliten integriert. Auch mit dieser neuen Technologie bleiben die Bodenstationen unverzichtbar, da sie das System überwachen und Korrekturdaten senden – die Verbindungen zwischen den Satelliten sorgen lediglich für mehr Robustheit und Präzision des Systems.
Heute ist es das präziseste Satellitennavigationssystem der Welt, das von Milliarden von Smartphones sowie in Bereichen wie dem Schienenverkehr, der Schifffahrt, der Landwirtschaft und im Rettungswesen genutzt wird.
🔊 Hinweis: Das Video verfügt über eine automatische Synchronisation auf Deutsch.

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