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Die Enträtselung der Phrenologie: Von der Erforschung des Schädels zu diskreditierten Prinzipien

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Die Phrenologie, früher als Kraniologie bezeichnet, war eine im 19. Jahrhundert entwickelte Lehre, die versuchte, anhand der Schädelform Rückschlüsse auf Persönlichkeitsmerkmale zu ziehen. Sie wurde von Franz Joseph Gall begründet und von Ärzten wie Johann Kaspar Spurzheim und George Combe weiterverbreitet. Obwohl sie bis ins frühe 20. Jahrhundert populär blieb, gilt sie heute als vollständig widerlegte Pseudowissenschaft und hat in der wissenschaftlichen Forschung jegliche Glaubwürdigkeit verloren.

Franz Joseph Gall
Franz Joseph Gall
Johann Kaspar Spurzheim
Johann Kaspar Spurzheim
George Combe
George Combe

Die Phrenologie beruhte auf fünf grundlegenden Prinzipien:

  1. Das Gehirn ist das Organ des Geistes;
  2. Geistige Fähigkeiten lassen sich voneinander unterscheiden und analysieren;
  3. Jede dieser Fähigkeiten ist in einem bestimmten Bereich des Gehirns lokalisiert;
  4. Die Größe dieser Bereiche steht in direktem Verhältnis zu ihrem Einfluss auf den Charakter einer Person;
  5. Die Entsprechung zwischen der äußeren Schädelform und der Gehirnoberfläche erlaubt es, durch die Untersuchung des Kopfes auf die relative Ausprägung dieser Bereiche zu schließen.

Galls System wurde auf der Grundlage eines stark empiristischen Ansatzes entwickelt, wobei die sogenannten „Organe“ in einem methodisch problematischen und häufig willkürlichen Zusammenhang identifiziert wurden. Nachdem Gall den vermeintlichen Sitz einer Fähigkeit festgelegt hatte, untersuchte er die Schädel seiner Freunde, um seine Annahmen zu bestätigen.

In seinem Kopfmodell markierte Gall die Positionen von 26 Organen als runde, voneinander abgegrenzte Bereiche mit dazwischenliegenden Leerstellen. Spurzheim und Combe hingegen unterteilten die gesamte Schädeloberfläche in längliche, zusammenhängende Areale, die mit unterschiedlichen Bezeichnungen versehen waren, darunter unter anderem: Amativität, Philoprogenitivität, Konzentration, Beharrlichkeit, Kampfgeist, Destruktivität, Verschwiegenheit, Habgier, Konstruktivität, Selbstwertgefühl, Anerkennungsstreben, Vorsicht, Wohlwollen, Verehrung, Gewissenhaftigkeit, Festigkeit, Hoffnung, Bewunderung, Idealität, Witz, Nachahmung, Individualität, Formwahrnehmung, Größenwahrnehmung, Gewichtswahrnehmung, Farbwahrnehmung, Ortswahrnehmung, Zahlenwahrnehmung, Ordnungswahrnehmung, Erinnerung an Gegenstände, Zeitwahrnehmung, musikalische Wahrnehmung, sprachliche Wahrnehmung, vergleichendes Denken sowie der metaphysische Geist.

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Quellen: https://www.britannica.com/topic/phrenology

https://library.missouri.edu/news/special-collections/phrenology

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