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Der Halo-Effekt ist ein kognitiver Verzerrungseffekt, bei dem der Eindruck, der auf einem einzelnen Merkmal basiert, die Beurteilung weiterer, eigentlich unabhängiger Eigenschaften einer Person oder eines Objekts beeinflusst.
Die systematische Erforschung dieses Phänomens geht auf den amerikanischen Psychologen Edward L. Thorndike zurück, der 1920 über dessen Auftreten bei Militärangehörigen berichtete. In seinen Experimenten wurden Vorgesetzte gebeten, ihre Untergebenen hinsichtlich Intelligenz, Körperbau, Führungsfähigkeit und Charakter zu bewerten, ohne zuvor mit ihnen gesprochen zu haben. Thorndike stellte dabei fest, dass zwischen eigentlich unabhängigen positiven und negativen Eigenschaften starke Korrelationen bestanden. Soldaten, die als größer oder attraktiver wahrgenommen wurden, galten zugleich als intelligenter und leistungsfähiger. Daraus schloss Thorndike, dass Menschen dazu neigen, von einem besonders auffälligen Merkmal auf die gesamte Persönlichkeit einer Person zu schließen.

Diese Forschung wurde 1946 vom Psychologen Solomon Asch erweitert. Er entwickelte die Theorie, dass Meinungsbildung über andere stark vom ersten Eindruck abhängt.
In seinem Experiment hörten die Teilnehmenden zwei Listen mit Adjektiven, die dieselbe Person beschrieben. Beide Listen enthielten identische Begriffe, jedoch in umgekehrter Reihenfolge: In der ersten Liste waren die Adjektive von positiv zu negativ angeordnet, in der zweiten von negativ zu positiv. Die Bewertung der beschriebenen Person hing maßgeblich von dieser Reihenfolge ab. Die zuerst genannten Eigenschaften hatten einen deutlich stärkeren Einfluss auf das Gesamturteil als die später genannten. Wurden positive Eigenschaften zuerst präsentiert, fiel die Bewertung insgesamt günstiger aus; begannen die Beschreibungen mit negativen Attributen, wurde dieselbe Person deutlich schlechter eingeschätzt.
Ein alltägliches Beispiel für den Halo-Effekt ist die Redewendung „Liebe auf den ersten Blick“: Ein attraktives äußeres Erscheinungsbild kann dazu führen, dass man einer Person automatisch weitere positive Eigenschaften zuschreibt, ohne diese tatsächlich zu kennen.
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Quellen: https://www.healthline.com/health/halo-effect

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