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Faschismus: Ideologie, Geschichte und Folgen

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Der Faschismus ist eine politische Ideologie und Massenbewegung, die die Weltgeschichte zwischen 1919 und 1945 maßgeblich geprägt hat. Sein erster Führer, Benito Mussolini, verwendete den Begriff „Fasces“ zur Benennung seiner Partei – eine Anspielung auf das Rutenbündel aus Ulmen- oder Birkenstäben, das gewöhnlich mit einer Axt versehen war und im antiken Rom als Symbol staatlicher Autorität diente.

Benito Mussolini
Benito Mussolini

Ideologische und praktische Merkmale

Trotz der Unterschiede zwischen den faschistischen Parteien und Bewegungen lassen sich mehrere gemeinsame Merkmale feststellen:

  • Nationalismus und Militarismus: Eine Vorstellung nationaler Einheit, die auf extremem Nationalismus beruht und häufig mit Militarismus sowie mit der Idee rassischer Reinheit verbunden ist.
  • Verachtung der Demokratie: Radikale Ablehnung der parlamentarischen Demokratie sowie des politischen und kulturellen Liberalismus, die als Ursachen für gesellschaftliche Zersplitterung und moralischen Verfall angesehen wurden.
  • Soziale Hierarchie: Der Glaube an eine natürliche gesellschaftliche Ordnung, die Führung durch Eliten sowie das Ideal einer Volksgemeinschaft, in der individuelle Interessen dem Gemeinwohl untergeordnet werden.

Historischer Kontext und Entwicklung

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden die wichtigsten faschistischen Parteien Europas aufgelöst und in Ländern wie Italien und Westdeutschland sogar offiziell verboten. Ab dem Ende der 1940er Jahre entstanden jedoch in Europa, Lateinamerika und Südafrika neue faschistisch orientierte Parteien und Bewegungen. Obwohl einige neofaschistische Gruppen – insbesondere in Italien und Frankreich – zeitweise an Unterstützung gewannen, erreichte ihr Einfluss nie das Ausmaß der faschistischen Parteien der Zwischenkriegszeit.

Ausbeutung von Krisen und Sündenböcken

Faschistische Bewegungen festigten ihre Macht, indem sie Unsicherheiten ausnutzten, die durch reale oder verzerrt wahrgenommene Wirtschaftskrisen entstanden waren. Ihre Führer kanalisierten die Unzufriedenheit der Bevölkerung und machten Regierungen oder das angebliche Versagen des Marktes für soziale Probleme verantwortlich. In diesem Zusammenhang wurden Juden, Migranten, Linke und andere Minderheiten zu Sündenböcken erklärt. Durch die gezielte Mobilisierung des Volkszorns gegen diese Gruppen glaubten die Faschisten, die Nation von ihren Problemen „reinigen“ zu können.

Mussolini und Hitler
Mussolini und Hitler

Kritik am Liberalismus und gesellschaftliche Rekonfiguration

Faschistische Bewegungen kritisierten den Liberalismus scharf und warfen ihm vor, politische Instabilität und moralischen Verfall zu fördern. Obwohl viele dieser Gruppen zunächst demokratische Institutionen nutzten, um Legitimität zu erlangen, entschieden sie sich in der Praxis für totalitäre Herrschaftsformen. Teil dieses Prozesses war die Umgestaltung der Gesellschaft nach strengen moralischen Normen mit dem Ziel, den vermeintlichen Niedergang der vorfaschistischen Kultur rückgängig zu machen.

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Quellen: https://www.britannica.com/topic/fascism

https://www.britannica.com/question/What-are-some-common-characteristics-of-fascism

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