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Percy LeBaron Spencer war ein autodidaktischer Ingenieur, der die Grundschule nie abgeschlossen hatte, wie das Southwest Museum of Engineering, Communication and Computing berichtet. Während seiner Tätigkeit bei der American Appliance Company (die später in Raytheon umbenannt wurde) arbeitete er an Magnetrons – Vakuumröhren, die Mikrowellenstrahlung erzeugen und in Radarsystemen eingesetzt werden.
Bis 1941 wurden Magnetrons mit einer Produktionsrate von etwa 17 Einheiten pro Tag hergestellt. Spencer beschloss jedoch, ein einfacheres Magnetron zu entwickeln, das sich besser für die Massenproduktion eignete. Das Ergebnis war ein neues Design, bei dem Präzisionskupferstangen durch Metallklingen ersetzt und die internen Drähte durch einen einfachen massiven Ring vereinfacht wurden. Diese und weitere Verbesserungen ermöglichten eine drastische Steigerung der Produktion auf bis zu 2.600 Magnetrons pro Tag.
Im Jahr 1945 testete Spencer eines dieser Magnetrons, als er bemerkte, dass der Schokoriegel in seiner Tasche geschmolzen war. Neugierig geworden, experimentierte er mit anderen Lebensmitteln, darunter Popcornkörner, die plötzlich zu platzen begannen. Anschließend legte er ein Ei in die Nähe des Magnetrons und beobachtete, wie es zunächst zu zittern begann und schließlich explodierte, wobei es einem skeptischen Kollegen ins Gesicht spritzte, der im falschen Moment zusah.

Daraufhin baute Spencer eine Metallbox und leitete Mikrowellenenergie hinein. Die Strahlung konnte in die Box eindringen, aber nicht entweichen, da Mikrowellen kein Metall durchdringen. Er stellte fest, dass Mikrowellen Lebensmittel deutlich schneller garen als herkömmliche Öfen, die mit Hitze arbeiten. Noch im selben Jahr reichte er eine Patentanmeldung ein.
Anfangs setzte sich die Erfindung nicht durch, da sie durch die Angst der Öffentlichkeit vor Mikrowellenstrahlung sowie durch hohe Kosten und große Abmessungen behindert wurde. Bemerkenswert ist, dass Spencer für die Erfindung der Mikrowelle nie mehr als den üblichen Bonus von zwei Dollar erhielt, den Raytheon seinen Mitarbeitern für patentierte Erfindungen zahlte. Einige Quellen sprechen von 150 bis 300 Patenten, doch eine Recherche ergab, dass zwischen 1932 und 1963 insgesamt 108 Patente auf seinen Namen registriert wurden.
Spencer ging 1964 als Senior Vice President von Raytheon in den Ruhestand und starb 1970. Für seine Leistungen erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, darunter die Ehrendoktorwürde der University of Massachusetts sowie ein nach ihm benanntes Gebäude bei Raytheon.
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Quellen: https://www.livescience.com/57405-who-invented-microwave-oven.html
https://invention.si.edu/node/1145/p/431-percy-spencer-microwave-inventor
https://www.aps.org/publications/apsnews/201510/physicshistory.cfm
https://www.invent.org/inductees/percy-l-spencer
http://www.smecc.org/microwave_oven.htm
https://invention.si.edu/devil-details-researching-inventor-s-biography



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