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Der Barnum-Effekt: Wenn allgemeine Aussagen persönlich wirken

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Der Barnum-Effekt, in der Psychologie auch als Forer-Effekt bekannt, beschreibt ein Phänomen, bei dem Menschen glauben, dass allgemeine Persönlichkeitsbeschreibungen speziell auf sie zugeschnitten sind – stärker als auf andere –, obwohl diese Beschreibungen in Wirklichkeit auf nahezu jede Person zutreffen könnten. Dieser Effekt kann erklären, warum viele Menschen an bestimmte paranormale Überzeugungen und Praktiken wie Astrologie, Wahrsagerei, Aura-Lesen oder manche Persönlichkeitstests glauben.

Am stärksten wirkt der Barnum-Effekt bei positiven oder schmeichelhaften Aussagen. Deutlich seltener akzeptieren Menschen negative Formulierungen als zutreffend, etwa solche wie: „Ich denke oft daran, Menschen zu verletzen, die Dinge tun, die ich nicht mag.“

Der Effekt wurde erstmals 1949 vom amerikanischen Psychologen Bertram Forer (1914–2000) empirisch untersucht. Er stellte ein Persönlichkeitsprofil aus 13 Aussagen zusammen, die größtenteils aus einem Astrologiebuch stammten. Seine Studierenden sollten anschließend bewerten, wie genau die Beschreibung auf sie zutreffe – auf einer Skala von null bis fünf, wobei fünf für „sehr zutreffend“ stand. Die durchschnittliche Bewertung lag bei 4,26.

Der Begriff „Barnum-Effekt“ bezieht sich auf ein berühmtes, möglicherweise fälschlich zugeschriebenes Zitat des Unterhaltungskünstlers Phineas Taylor Barnum, dem nachgesagt wird, er habe behauptet, dass „jede Minute ein Trottel geboren wird“.

Phineas Taylor Barnum
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Bertram Forer
Deed – CC0 1.0 Universal – Creative Commons Verfasser: Ekathelimiel

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Quellen: https://www.britannica.com/science/Barnum-Effect

https://www.oxfordreference.com/view/10.1093/oi/authority.20110810104425651#showlesscontent

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