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Uralte Außerirdische, Astrologie, die flache Erde und UFO-Verschwörungen sind markante Beispiele für Pseudowissenschaft – ein Glaubenssystem, das sich als echte Wissenschaft ausgibt, jedoch weit davon entfernt ist, deren Prinzipien zu erfüllen. Um zu verstehen, wie Pseudowissenschaft funktioniert und warum sie so viele Anhänger gewinnt, ist es wichtig, über einen Leitfaden zu verfügen, der hilft, sie zu erkennen.
Pseudowissenschaft zeigt sich in Theorien, Ideen oder Erklärungen, die wissenschaftlich erscheinen wollen, aber weder auf soliden wissenschaftlichen Grundlagen beruhen noch die wissenschaftliche Methode anwenden. Häufig entspringt sie populären Behauptungen, konventioneller Weisheit oder selektiven Interpretationen, ohne dass Daten unabhängig gesammelt oder überprüft werden. Im Gegensatz zu klar formulierten wissenschaftlichen Aussagen sind pseudowissenschaftliche Behauptungen meist vage und wandelbar. Ein entscheidendes Merkmal der Wissenschaft ist die Falsifizierbarkeit – wissenschaftliche Theorien müssen so formuliert sein, dass sie widerlegt werden könnten. Pseudowissenschaft hingegen entzieht sich dieser Möglichkeit, was es erschwert oder gar unmöglich macht, sie durch objektive Experimente oder Beobachtungen zu überprüfen. Sie lässt kritische Fragen nur ungern zu, ignoriert widersprüchliche Beweise und wählt selektiv aus, welche Informationen akzeptiert werden. Im Kern handelt es sich um Behauptungen oder Überzeugungen, die fälschlicherweise als wissenschaftliche Tatsachen dargestellt werden.

Eine aufschlussreiche Definition von Pseudowissenschaft ergibt sich bereits aus ihrer Etymologie: Die Vorsilbe „Pseudo“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet „falsch“. Pseudowissenschaft ist daher wörtlich „falsche Wissenschaft“.
Auf den ersten Blick mag Pseudowissenschaft wissenschaftlich wirken, doch bei genauerem Hinsehen entpuppt sie sich als bloße Nachahmung. Was verleiht einer Praxis überhaupt den Anschein wissenschaftlicher Seriosität? Für Außenstehende mag Wissenschaft vor allem durch komplexe Mathematik, fachlichen Jargon und eine Vielzahl technischer Messinstrumente definiert erscheinen.
Pseudowissenschaft bedient sich ähnlicher Oberflächenmerkmale: Sie nutzt ein eigenes, oft undurchsichtiges Vokabular, präsentiert umfangreiche Berechnungen und arbeitet mit rätselhaften oder unkonventionellen Geräten.
Mathematik, Fachsprache und Instrumente sind jedoch nur die äußeren Werkzeuge der Wissenschaft – ihre sichtbare Fassade. So wie Bauarbeiter Hämmer und Sägen oder Anwälte juristische Schriftsätze verwenden, bedienen sich Wissenschaftler solcher Hilfsmittel in ihrer Arbeit. Die Werkzeuge definieren jedoch nicht die Wissenschaft selbst. Unter der Oberfläche existiert ein tief verankertes System von Methoden, Traditionen und Prinzipien, das sie grundlegend von Pseudowissenschaft unterscheidet.
Eine vollständige Analyse dessen, was die Wissenschaft einzigartig macht, könnte ein ganzes Buch füllen. Einige Kernmerkmale der wissenschaftlichen Denkweise stechen jedoch hervor: Wissenschaft ist rigoros und verlangt von Forschenden, ihre Ideen ernsthaft zu prüfen und alle logischen Konsequenzen ihrer Hypothesen zu durchdenken. Sie ist zugleich bescheiden und erkennt an, dass jede Theorie – selbst die ältesten und bewährtesten – jederzeit widerlegt werden kann.
Ebenso ist Wissenschaft skeptisch und lässt sich von Beweisen leiten, nicht umgekehrt. Sie ist offen, mit Methoden und Ergebnissen, die innerhalb der Gemeinschaft geteilt und überprüft werden. Wissenschaft ist vernetzt und fordert, dass jede Behauptung mit dem bestehenden Wissensbestand in Beziehung gesetzt wird. Schließlich ist sie flexibel und bereit, neue Erkenntnisse zu akzeptieren, selbst wenn diese frühere Überzeugungen in Frage stellen.
Befürworter von Theorien über uralte Außerirdische ignorieren häufig widersprüchliche Beweise, während SETI-Forscher Skepsis und sorgfältige Datenanalysen fördern. Astrologen halten ihre Methoden oft geheim, und Anhänger der Flacherdtheorie integrieren ihre Annahmen nicht in das breitere wissenschaftliche Verständnis der Welt.
Wenn eine Praxis statisch bleibt, Beweise lediglich zur Bestätigung des ursprünglichen Glaubens heranzieht und eine verschwörerische Haltung einnimmt – etwa indem sie behauptet, das „System“ wolle sie unterdrücken –, dann entwickelt sie sich nicht weiter und bleibt von der wissenschaftlichen Gemeinschaft isoliert.
Mit etwas Übung lässt sich Pseudowissenschaft leicht erkennen: Sie mag auf den ersten Blick wissenschaftlich erscheinen, doch ihr fehlen jene grundlegenden Merkmale, die die Wissenschaft zu einem mächtigen und unverzichtbaren Instrument zur Erforschung des Universums machen.
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Quellen: https://www.space.com/science-pseudoscience-what-is-the-difference

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