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Gish Gallop: Wenn Menschen versuchen, Debatten mit Unsinn zu gewinnen

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Der Begriff „Gish-Galopp“ wurde von Eugenie Scott vom National Center for Science Education geprägt. Der Ausdruck bezieht sich auf eine Debattentaktik, die ein Favorit von Duane Gish war, einem Vertreter des Junge-Erde-Kreationismus und zugleich ein sehr geschickter Debattierer.

Der Gish-Galopp besteht darin, den Gegner mit einer Flut aus vermeintlichen „Beweisen“ oder „Problemfällen“ zu überrollen und anschließend zu behaupten, dass die Unfähigkeit des Gegners, auf all diese Punkte zu reagieren, zeige, dass die eigene Position richtig sei. Diese Taktik gilt als Trugschluss, weil ihre Wirksamkeit nicht davon abhängt, ob korrekte oder fundierte Argumente vorgebracht werden. Quantität ersetzt Qualität.

Die Taktik ist jedoch aus mehreren Gründen häufig sehr effektiv:

  • Die Öffentlichkeit gewinnt den Eindruck, dass es eine große Menge an Beweisen auf der Seite des Redners gibt.
  • Es ist für den Gegner unmöglich, innerhalb der begrenzten Redezeit in einer Debatte auf alle irreführenden oder falschen Behauptungen einzugehen.
  • Eine Unwahrheit lässt sich schnell und überzeugend formulieren; eine korrekte Darstellung der wissenschaftlichen Fakten dauert deutlich länger.
  • Selbst wenn der Gegner ein oder zwei Argumente widerlegt, bleiben noch zahlreiche andere unangefochten.
  • Dadurch entsteht beim Publikum der Eindruck, dass der Gegner auf viele Punkte keine Antwort hat.
  • Aufgrund der Spezialisierung in den Naturwissenschaften kennt niemand alle „Problemfälle“, die man ausgraben kann.
  • Der Gegner wirkt oft defensiv und liefert Gegenargumente, die für Laien kompliziert oder unverständlich erscheinen.

Das Publikum erinnert sich später nicht an die Details – aber daran, dass „es viele Probleme mit Evolution/Klimawandel gab und der Wissenschaftler darauf keine Antworten hatte“.

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Quelle: https://web.archive.org/web/20240918184859/https://blogs.bu.edu/pbokulic/2013/11/18/gish-gallop-fallacy-of-the-day/

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